Immer wieder WIKAM

  • 0

Immer wieder WIKAM

Die WIKAM – Frühjahrsmesse, die in den letzten 20 Jahren im Wiener Künstlerhaus beheimatet war, findet jetzt im März ihre Fortsetzung im Palais Niederösterreich und im Palais Ferstel.

Wenn auch der gefühlte Schwerpunkt auf Antikem liegt, so bietet die WIKAM neben soliden Stücken der Klassischen Moderne auch genug Zeitgenössisches. Man soll nicht dem Irrtum erliegen, etablierte Verkaufsausstellungen brächten nur Altbewährtes. Weit daneben: es gibt erfrischend Neues aus dem Universum der Kunst.

Zu meinen persönlichen Entdeckungen zählt u.a. der aus der deutschen Graffiti-Szene stammende ZirO, der die Gesellschaft in seiner sozialkritischen und satirischen Art vor sich hertreibt und dabei punktgenau den Nerv trifft.

Ein Igor Oleinikov mit seinen fast surrealen Umgebungen (der Ausdruck „Landschaft“ wäre zu einschränkend) gehört schon seit geraumer Zeit zu den hier Bewunderten.

Ein ganz besonderer Fund waren die Bilder des bereits verstorbenen Peter Kodera: abstrahierte Darstellungen verwundener Körper, in einer Klarheit, die das Abstrakte konkret werden lässt – in subtil-genialer Farbgebung.

In einer Sonderausstellung wird dem Werk des Malers Heribert Mader zu seinem 80. Geburtstag gehuldigt. Ist man Monet-Bewunderer ohne über die finanziellen Mittel eines russischen Oligarchen zu verfügen, könnte man sich ein Bild von Mader überlegen. Dessen Darstellungen erreichen beinahe die Genialität des französischen Lichtkunst-Gottes, sind aber zweifellos erschwinglicher.

Und auch die Werke Josef Winklers kann ich guten Gewissens empfehlen. Als spätberufener Maler der Moderne setzt er auf kraftvolle Reduktion und baut dabei auf das fortgeschrittene Kunstverständnis des geneigten Betrachters.

Natürlich sind die bekannten und arrivierten Künstler – insbesondere auf nationaler Ebene – in großer Zahl vertreten. Wer sie sucht, wird nicht enttäuscht. Die WIKAM präsentiert sich insgesamt als Kunstmesse mit großem und breitgestreutem Sortiment.


Leave a Reply